Renaissance
Erich Feilhauer
Ausgehend von Motiven der italienischen Renaissance - insbesondere dem Profilporträt als Zeichen von Würde, Klarheit und Haltung - wird eine Bildsprache entwickelt, die nicht abbildet, sondern befragt.
Doch die Porträts verweigern das klassische Wiedererkennen: Die Gesichter bleiben weiß, still, ohne physiognomische Merkmale. Identität entsteht hier nicht aus Linien oder Mimik, sondern aus dem Raum, der die Figur umgibt - aus Flächen, Kanten, Begrenzungen, aus dem „Dazwischen". Das Profil wirkt wie eine Form, die aus dem Hintergrund hervorgehoben wird, als würde die Umgebung die Person mit zeichnen.
Alexandra Csongrady
Den Bildern gegenüber - und zugleich als ihre Erweiterung - stehen keramische Skulpturen, die den porträtierten Personen Körper, Volumen und Präsenz im Raum verleihen. Die Keramik setzt dort an, wo das Bild bewusst ausspart: Aus der zweidimensionalen Andeutung wird eine dreidimensionale Erfahrung. Die Skulpturen sind keine „Illustrationen" der Porträts, sondern ihr Gegenstück. Sie übersetzen die Idee der Identität in Material: Ton wird geformt, gebrannt, verdichtet - ein Prozess, in dem Fragilität und Beständigkeit gleichzeitig spürbar werden.
Die keramischen Arbeiten laden dazu ein, das Porträt nicht nur als Bild zu lesen, sondern als Begegnung: mit Körperlichkeit, mit Raum, mit der Frage, wie wir Menschen wahrnehmen und wie viel wir dabei selbst hinzufügen
Ausstellungsraum 2
Alexandra Csongrady
Alexandra Csongrady
Alexandra Csongrady