Alex Bartl
"Fighter"
Die letzten zwei Jahrzehnte beschäftigte ich mich vorwiegend mit der Darstellung des menschlichen Kopfes. Aktuell interessiert mich wieder die ganze Figur. Während des Studiums zeichnete ich meist statische Figuren. In meinen neuen Arbeiten sind die Figuren in Bewegung: dargestellt sind Boxer und Sumoringer.
Zwei Sportarten, die mich schon lange - sehr lange faszinieren. Ich verbrachte oft früh morgens vor dem Fernsehgerät, um die Übertragungen aus Übersee zu verfolgen. Dabei entstanden gelegentlich schnelle Skizzen. Dann war eine lange Pause.
Jetzt, vier Jahrzehnte später, drängte es mich, das Thema wieder aufzugreifen und künstlerisch zu bearbeiten.
Boxen und bildende Kunst, insbesondere Malerei, mögen auf den ersten Blick wie zwei völlig unterschiedliche Welten erscheinen. Doch bei näherer Betrachtung offenbart sich eine faszinierende Verbindung zwischen diesen beiden Disziplinen.
Boxen ist nicht nur ein physischer Wettkampf, sondern auch ein Ausdruck von Emotionen, Disziplin und Kreativität - Eigenschaften, die auch in der Malerei von zentraler Bedeutung sind. Für mich ist der Körper eines Boxers eine Art lebendiges Kunstwerk. Die Bewegungen, die Techniken und die Dynamik im Ring können als eine Form der Performance betrachtet werden, die in ihrer Ästhetik und Intensität mit der Malerei vergleichbar ist. Ein Boxer, der sich elegant und kraftvoll bewegt, erzählt eine Geschichte durch seinen Körper, ähnlich wie ein Maler mit Linien, Flächen und Farben eine Erzählung auf die Leinwand bringt.
Die Spannung und der Rhythmus eines Boxkampfes inspirieren meine Arbeiten und reflektieren die physische sowie emotionale Auseinandersetzung des Menschen mit sich selbst und seiner Umwelt.